Allgemein · Nachdenkliches

Häkeln ist mehr als nur ein Hobby

An manchen Tagen bin ich nicht rastlos am häkeln, am schreiben und am posten meiner Arbeiten. Da bin ich nachdenklich, weil ich vielleicht in meiner Umgebung oder auch in meiner Familie Dinge erlebe, die es verdient haben, dass ich darüber nachdenke.
Ich fühle mit, ich möchte helfen, und ich weiß genau, das geht gerade nicht.

Auch in diesen Momenten ist häkeln gut für mich. Wenn das jemand liest, der strickt, webt oder näht, natürlich gilt das für jeden handarbeitenden Menschen.
Unvollendete Dinge sind genug da. Ich nehme gerne das, das kurz vor der Vollendung steht. Ich mache es mir bequem, mit Kaffee oder Tee und bringe mich mit dem reinen Häkeln, ohne dass ich dabei an das Veröffentlichen denke, in eine Ruhe, die mir Raum und Zeit gibt, meine Gedanken zu sortieren.

Früher haben die Menschen auf der Veranda oder der Parkbank gesessen und nachgedacht. Viele sind am Sonntag in die Kirche gegangen, haben dort gebetet und der Musik gelauscht oder mitgesungen. In unserer heutigen und so rastlosen Welt nehmen sich immer weniger Menschen dafür die Zeit. Viele andere Dinge scheinen wichtiger, die Arbeit, die Verpflichtungen aller Art, der mit Terminen überfüllte Tag, der kaum Raum bietet zum Atem holen.

Vor vielen Jahren war ich häufig in der Kirche, und ich weiß, dass es mir gut getan hat. Gebete begleiten mich immer noch, doch im Häkeln finde ich einen wunderbaren Einklang zwischen den Händen, die von ganz alleine wissen, was sie tun sollen und den Gedanken, die frei fließen können.
Dann trauen sich auch die Gefühle nach oben zu kommen. Manchmal werde ich versöhnlich, wo vorher Wut war, manchmal muss ich sogar weinen, wenn mich etwas berührt. Meine Hände arbeiten fleißig weiter, die Wolle gleitet durch meine Finger und das Häkelstück wächst fast von alleine.

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Irgendwann lache ich ein wenig  über mich selber und bleibe innerlich verbunden mit denen, die es gerade schwer haben. Ich kann dann auch die Häkelarbeit wieder hinlegen und mich um den verpflichtenden Teil meines Lebens kümmern, wie arbeiten gehen, Wäsche waschen oder die Küche aufräumen.
Spätestens am nächsten Tag melden sich meine kreativen Geister wieder und wünschen sich von mir neue Projekte. Da ich mir diese Pause gegönnt hatte, geht es sehr entspannt weiter. Und ich bin weiterhin im Flow, der mich trägt.

Macht es einfach wie ich: bleibt im Flow

P.S. Die Bilder habe ich bei pixabay heruntergeladen

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