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Wolle Färben- Stufe 3

In diesem Beitrag geht es noch einmal um das Wolle färben. In Teil 1 habe ich beschrieben, was mein Interesse geweckt hat, es mit Wolle und Farbe zu versuchen.
In Teil 2 habe ich dich mitgenommen zur praktischen Ausführung.
In diesem Teil fasse ich zusammen, was ich gelernt habe und was auch du beherzigen solltest, wenn du mit Wolle und Farbe arbeitest. Ich hoffe sehr, dass ich dich mit meinen Beiträgen inspirieren konnte.
Als erstes habe ich für dich die wichtigsten Tipps notiert, die mir bei meinen ersten Färbe- Versuchen aufgefallen sind. Wie ich schon in Teil 1 beschrieben hatte, ich wußte nichts vom Färben und habe einfach nur gelesen und nachgearbeitet. Als ich merkte, dass die ganze Technik doch nicht so schwierig war, wie ich anfangs befürchtete, da fielen mir Dinge auf, die ich besser machen könnte. Die wichtigsten Hinweise habe ich mal ganz kurz zusammen gefasst:

  1. Die Farben von myboshi gibt es je nach Pflanzenart in getrockneter Form, da lässt sich die Farbe leicht durchsieben und die Pflanzenteile bleiben zurück. Einige Farben werden als Pulver geliefert, was sich nur schwer absieben läßt.
    Man könnte es durch einen Kaffee Filter laufen lassen, aber das dauert einige Zeit. Oder alles in eine hohe Glaskaraffe füllen, da setzt sich das Pulver ziemlich schnell unten ab. Die Flüssigkeit oben kann zum Färben verwendet werden, das restliche Wasser mit dem Pulver kannst du aufheben.
    Füll es in ein leeres Marmeladen- Glas und stell es in den Kühlschrank
  2. Auch Naturfarben färben, nicht nur die Wolle, sondern ohne dass du er merkst, auch deine Finger oder Fußboden und Arbeitsflächen deines Raums, in dem du färbst. Wenn das nicht sein soll, schütze deine Hände und die empfindlichen Oberflächen.
  3. In der Anleitung steht, dass du eine Farbflotte aufheben und wiederverwenden kannst. Doch das Ergebnis dieses 2. Auszugs wird nie so kräftig wie die 1. Farbflotte. Also hervorragend geeignet, um eher pastellige Farben zu färben
  4. Kochlöffel oder Zangen aus Holz verfärben sich dauerhaft. Wenn du das nicht möchtest, benutze Besteck aus Metall. Die Töpfe, in denen du färbst, sollten älter sein und möglichst nicht mehr zum Kochen verwendet werden. Manche Töpfe werden trotz Spülmaschinen- Technik auch nicht mehr richtig sauber.

Die Farben, die du von myboshi bekommst, sind zwar Naturfarben, aber im ersten Färbegang recht kräftig. Du kannst dein Garn einheitlich durchfärben, also mit
Krappwurz >rot,
mit Blauholz > violett,
mit Kurkuma >gelb,
mit Berberitze > hellgelb,
mit Birke > oliv
und mit Granatapfel > dunkelgrau.


Aber es gibt natürlich noch mehr Möglichkeiten. Du kannst deine fertigen Farbflotten, je nach Platz, in 3 bis 6 verschiedenen Töpfen gleichzeitig halten. Dann tunkst du nur Teile deines Stranges ein und erreichst eine Vielfach- Färbung mit verschiedenen Farb- Bereichen. Das kannst du selber für dich ausprobieren. Denk daran, die Wolle ist heiß, benutze vielleicht eine Art Würstchenzange, um deine Wolle von Topf zu Topf einzutauchen.

Eine weitere gute Möglichkeit ist es auch, die Farbflotte in ein sehr flaches Gefäß zu legen, wie z.B. in einen breiten und flachen Topf oder eine Auflaufform. Der Wollstrang wird zunächst nur halb gefärbt, dann kannst du von einer anderen Farbe mit einem Esslöffel tropfenweise etwas auf die noch weniger gefärbten Partien dazu geben. Es entstehen also mehr oder weniger große Flecken.
Ich habe das mit gelb gemacht, dazu violett drauf geträufelt, danach den Strang gewendet und auch die Rückseite mit der gelben Farbflotte gefärbt. Als ich dann auf den schon länger in gelb getauchten Strang- Teil auch violett gegeben habe, gab es ebenfalls Flecken, die aber ganz anders wirkten.

Die Stränge rechts sind Varianten von Oliv. Die beiden links im Bild sind Varianten von gelb, wobei ich beim ganz linken Strang Flecken mit eingearbeitet habe.

Du siehst selber, es ist gar nicht so leicht zu beschreiben, wie man was machen muss, um einen bestimmten Effekt zu erzielen. An der Stelle beginnt deine persönliche Kreativität. Du kannst mit den Farben spielen und herumprobieren. Du kannst Bereiche mehr oder auch weniger durchfärben. Du kannst Flecken einfügen oder ganze Bereiche komplett anders färben.
Wichtig ist immer, dass dein Garn lange genug im Alaun- Salz gelegen hat und dass in jeder Farbflotte Essig drin ist und die Flotten heiß genug sind. Selbst in der Auflaufform kannst du die Flotte heiß halten, indem du sie über 2 Platten deines Herdes stellst.

Ja, und jetzt wünsche ich dir, dass du auch Spass am Färben bekommst mit den Naturfarben von myboshi.
So bleibst du immer im Flow.

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