Für Fortgeschrittene · Meine Kauf- Anleitungen

Mein erstes Riesen- Mandala

Mandalas in allen Größen

Ich mache ja Mandalas in allen Größen und vielen Kombinationen. Und ich brauchte für ein besonderes Häkelprojekt viele Metallringe in einer ganz bestimmten Größe. Die Bastelläden in meiner Region waren mit meinen Wünschen mal wieder überfordert. Und so beschloss ich, mir endgültig einen passenden Händler im Internet zu suchen, der diese Ringe hatte. Hier der Händler: 

Und dann beim stöbern und bestellen fand ich auch einen Metallring mit dem Durchmesser 40 cm. Das ist echt groß. Ich schaute mich um in meiner Wohnung und fand auch sofort einen Platz, wo ich ein großes Mandala aufhängen könnte und bestellte diesen Ring.

Durchmesser 40 cm. Wow.

Trotzdem, es dauerte einige Wochen, bis ich anfing, dafür zu häkeln. Es dauerte dann, als ich dran ging, ihn zu häkeln, ca, 3 Wochen oder so, dann war es fertig, mein erstes Riesen- Mandala. Ich zeige es mal

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Moderne Wohnwände kann man sich wie Bausteine selbst gestalten, und ich habe, als ich vor einiger Zeit in meine aktuelle Wohnung zog, versucht, viel Platz und Raum zu lassen für Deko- Elemente. Besonders die Fläche oberhalb meines Fernsehers habe ich lange Zeit kahl gelassen. Ich wusste vielleicht da schon, dass ein Mandala dort hin wollte. Ich fand es wundervoll, ich finde es immer noch wundervoll, dennoch ließ es mir keine Ruhe.

Die Idee für eine Anleitung

Das war einfach noch nicht alles. Ich bekam plötzlich die Idee, dieses schöne Stück auch als Anleitung zu schreiben. Das bedingte natürlich, dass ich ein zweites häkeln musste. Ich bestellte wieder große Ringe, diesmal in den Massen 35, 40 und 45 cm, so hatte ich alle Möglichkeiten.
Und ich sortierte meine Wolle neu, ich wollte nur leichte Farben nehmen, hell wie Wasser und Luft und so begann ich erneut…. Doch bei dem hellen Mandala schrieb ich direkt mit, erst in mein allgegenwärtiges Notiz- Heft, später dann nur noch am PC. Jede und ich meine JEDE Runde habe ich mit mindestens 1 Foto dokumentiert, dazu noch einige Detail- Bilder. Es waren etwa 28 Runden, die ich da beschrieben habe.

Hier zunächst einmal das Ergebnis

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Bis dann so eine Anleitung bei Crazypatterns hochgeladen werden kann, verging noch einmal einige Zeit, die ich hochkonzentriert verbracht habe. Also Text und Bilder in schlüssiger Folge aneinander reihen. Den Text mehrfach lesen und korrigieren. Dann noch Ergänzungen am Anfang, also Material, Abkürzungen und allgemeine Erklärungen. Dann war alles fertig.

Seht selber,  mein Riesen- Mandala bei crazypatterns

Macht es einfach wie ich- bleibt im Flow und lasst euch inspirieren!

Allgemein · Projekte

Vom Mandala zum Traumfänger

Zuerst gab es die Mandalas

Ich liebe Mandalas, und sie zu häkeln, macht mich nicht nur sehr glücklich, sondern ich gebe meiner Kreativität durch sie Anstupser. Mandalas sind nicht einfach als Plan in meinem Kopf, sondern sie entstehen oft erst beim Tun. Ich beginne in der Mitte, ich wechsle Muster und Farben und ich muß auch immer berechnen, wie oft ich zunehmen muß, damit es flach bleibt.
Häkeln und Rechnen? Nein, eher nicht. Selbst die Zunahmen gestalte ich eher intuitiv. Das Mandala zeigt, ob es so richtig ist. Wölbt es sich nach oben, war die Zunahme zu knapp, schlägt es Wellen, habe ich es übertrieben. Fazit ist, ausprobieren bedingt oft, dass auch Auftrennen nötig wird. Damit kann ich leben.

In meinem Video- Kanal bei YouTube habe ich einfache Grundformen von Mandalas gezeigt und habe sie durchnummeriert Mandala Nr. 1 bis  Nr. 10.

Traumfänger

Viele Menschen, die meine Mandalas mögen, haben gefragt, ob ich auch Traumfänger machen kann. Sicher, kann ich das, mein Hindernis war, dass ich dazu Perlen auffädeln muß und Federn integrieren soll. Nicht gerade meine Lieblings- Tätigkeiten.
Ich habe es trotzdem versucht, weil ich mich neuen Dingen gegenüber nicht mit meinen Vorurteilen ausbremsen wollte.

Hier sind meine ersten Prototypen

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Echte Federn verwende ich nur ungern. Als Alternative habe ich Federn gehäkelt, zuerst kleinere, das waren abgewandelte Anleitungen für Blätter, die sehen schließlich ähnlich aus.
Danach fand ich richtig schöne Federn zum Häkeln. Darüber habe ich in einem anderen Beitrag schon geschrieben und es gibt darin eine kostenlose Anleitung für diese Federn .
Hier ist der Beitrag

Und- ich entwickelte mich weiter.

Der Traumfänger links im Bild bekam den Namen Wolkenblau.
Der rechts im Bild heißt Saphir, den habe ich nach langer Pause wieder einmal mit nicht gehäkelten Federn ausgestattet. Ich hatte mir dazu Rat und Unterstützung in einem Schmuck- und Perlenladen geholt. Dort gab es auch speziellen Schmuck- Kleber, der sehr unauffällig und einfach anzuwenden ist. Jetzt habe ich genug Kenntnisse und Fertigkeiten, um in dem Thema Traumfänger noch mehr Möglichkeiten zu entdecken.
Für beide abgebildeten „Dreamcatcher“ gibt es Anleitungen. Hier die Links dazu, veröffentlicht bei myboshi.
Wolkenblau                                                                   Saphir

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Also viel Freude mit meinen Traumfängern und viel Flow, um eigene Modelle selber zu häkeln. Übrigens: Ich veröffentliche keine Anleitung mehr, ohne dass meine Werke spezielle Namen erhalten, ganz besonders meine Traumfänger.

Macht es wie ich -und bleibt im Flow, liebe Handarbeiter.

Allgemein · kreative Menschen

myboshi

Die Zeit davor

In der Zeit, als ich begann, systematisch für die Weihnachtsmärkte zu stricken, begegneten mir immer wieder mal Mützen. Mützen kannte ich, konnte ich stricken, doch dann sah ich erstmals auch gehäkelte Mützen. Eine Kundin und erzählte mir, jetzt gibt es doch diese neuen Mützen, die heißen Boshi und die werden von Studenten gehäkelt.

Meine Neugier war geweckt

Die Frau empfahl mir das Mützen- Häkel- Buch. Klar,dass ich mir das kaufte.
Es heißt „Myboshi Mützenmacher“ und du bekommst es auf der Homepage von MyBoshi.
Und ein Stück weit hat es meine damalige Welt verändert. Ich fraß mich gierig durch den Text beinahe jeder Anleitung und ich häkelte ganz viele nach. Mein Sohn und seine damalige Freundin, jetzt Ehefrau, standen mir gerne für Bilder zur Verfügung. Seit ich sie kenne, hat sie schon viele Mützen von mir getragen.

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Und in der Zeit, als Mützen von beinahe jedem Menschen getragen wurde, hatten wir Frauen, die wir gemeinsam den Stand auf dem Weihnachtsmarkt betrieben, für fast jeden Geschmack unserer Kunden die passende Kopfbedeckung.
Das mit den Mützen wurde dann weniger und ich begann, auch andere Dinge zu häkeln. Aus mir, einer seit der Jugendzeit strickende Frau, wurde eine Häklerin.
Ich bin ganz sicher, die beiden „Jungs“, die die Boshi Mützen erfunden hatten, haben mich dazu inspiriert.

Ich häkelte immer mehr und begann, Anleitungen zu schreiben

Was ich wo in der Welt und im Internet veröffentliche, habe ich in diesem Beitrag zusammengefasst.
Schreiben für eine Zeitschrift und für 2 Anleitungs- Plattformen…. lange dachte ich, das ist genug. Meine Schwiegertochter, die von mir eine Frühlingsmütze wollte, brachte mich dazu, bei Google den Namen Boshi einzugeben. Die Internet Seite, die dann erschien, war richtig gut gemacht. Ich hatte mich länger gar nicht beschäftigt mit Boshi- Mützen. Hier ist erstmal der Link zu www.myboshi.net

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Ich verbrachte viel Zeit auf der Seite. Es gibt Wolle zu kaufen, Zubehör, komplette Pakete mit Wolle und Anleitungen, selbst den Mützenkonfigurator gibt es noch. Da können die Menschen, die nicht handarbeiten , eine Mütze in einem bestimmten Design in ihren Wunschfarben kaufen. So etwas kann ich mir auch vorstellen für meine Traumfänger….
Und für alle, die immer noch nicht handarbeiten können, aber neugierig sind, es zu lernen, gibt es die Abteilung Boshi Wissen, darin ein Blog und ein Lexikon, jedes übersichtlich nach Themen geordnet.
Die ganze Story von 2 Studenten, die in Japan waren und dort von einer Spanierin gezeigt bekamen, wie man(n) Mützen häkelt und wie daraus eine Firma entstand, die im DIY Bereich nicht mehr wegzudenken ist, all das kannst du auf ihrer Seite lesen.
Und das sind sie:
Felix Rohland und Thomas Jaenisch. Mittlerweile ist myboshi eine GmbH

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Nachdem ich alles gelesen hatte und mich fühlte, als hätte ich 2 alte Freunde wiedergefunden, las ich, dass sie Anleitungs- Designer suchen. Der Satz:

Wir habe die Kunden, du die Ideen

brachte mich dazu, ich glaube innerhalb von wenigen Tagen, die ersten Anleitungen hochzuladen. Ich freue ich sehr, dabei zu sein. Bei Facebook haben wir eine Designer- Seite, da gibt es immer Support für uns. Und neue Ideen und Veränderungen begonnen oft genau da. Ich habe dann immer das Gefühl, ich kann aktiv an der Gestaltung und Verbesserung der Seite mitarbeiten. Das gefällt mir.
Ich habe mich auch für ein Portrait über mich beworben und bekam einen Artikel im Blog, der mich, meine Arbeit und meinen Shop vorstellte. Hier ist er

Das ist mein Shop bei MyBoshi . Schau vorbei, lass dich inspirieren und hinterlasse gerne einen Kommentar.
Mach es einfach wie ich, bleib im Flow

Allgemein · Projekte

Granny Square als Geschenk

Es ist jetzt fast eineinhalb Jahre her, als ich den Plan hatte, meinem frisch verheirateten Sohn und seiner Frau eine Tagesdecke für ihr neues Zuhause zu häkeln. Das Gute an diesem Riesen- Projekt war, dass zum Zeitpunkt der Entscheidung für die Decke das neue Zuhause noch in der finstersten Planungs- Schublade hockte.

Meine Schwiegertochter und ich planten die Größe und Ausgestaltung der Decke, und ich bestellte Wolle dazu. Als ich dann anfing, die Grannys zu häkeln und miteinander zu verbinden, kam mir die Idee, eine kleinere Version zuerst zu häkeln und dann dafür eine Anleitung zu schreiben. Die kannst du hier kaufen.

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Es hat mich so sehr begeistert und beschäftigt, dass ich auch noch einen Blog- Artikel dazu geschrieben habe, mit den wichtigsten Planungs- Details für diejenigen, die selber auch so eine Decke häkeln wollten. Den Blogartikel dazu findest du hier.

Die Anleitungs- Decke bestand aus 36 Quadraten, die fertige Decke aus 80. Nach der Fertigstellung habe ich sie auch noch umrandet mit mehreren Runden, das war bei mir zu Hause auf dem Sofa ein echt gewichtiges Problem. Dennoch- irgendwann war sie fertig und ich trug sie in meinen Hof, um sie einmal in groß zu sehen und ich machte Bilder aus meinem Fenster.

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Tja, und heute war es soweit: Die Decke in ihrer endgültigen Größe war fertig, und mein Sohn hat mich eingeladen in sein neues Haus. Trotz der sehr theoretischen Planung und in der Annahme einer Bettgröße, die auch nicht sicher war, passte alles. Fast noch schöner, als ich es mir vorgestellt hatte.
Und hier ist sie: Granny- Decke in edlen Farben als Bettüberwurf

Granny Square als Geschenk

Also dann: macht es wie ich und bleibt im Flow. Mit allem, was ihr tut

Allgemein · kreative Menschen

Ute’s Feenstübchen

Heute schreibe ich über Ute, eine Bekannte, die häkelt, so wie ich. Doch sie macht ganz andere Dinge, die ich sehr faszinierend finde.
Deswegen stelle ich sie euch heute vor. Ute- in diesem Fall genügt der Vorname.

Stricken konnte sie schon seit ihrer Kinderzeit, irgendwann wechselte sie dann zum Häkeln, sie brauchte neue Herausforderungen. Und dann nicht einfach Topflappen oder Kissenbezüge, nein, es waren die kleinen zarten Deckchen aus dünnem Garn, die auf alten Möbelstücken liegen.

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Schließlich hatte sie gute Augen und geschickte Finger, da waren sogar Deckchen aus Nähgarn kein Problem für sie. Gestern sagte sie mir, das Häkeln, das wirklich konzentriert sich auf diese Arbeit einlassen,  hat sie davor bewahrt, durchzudrehen, als sie erfuhr, dass ihr Mann schwer krank war. Sie hat ihn begleitet auf seinem Weg und muß jetzt ohne ihn leben. Das stelle ich mir sehr schwer vor, aber sie hat mit ihrer besonderen „Meditation“ die Ruhe und Stärke bewahrt, die nötig ist, das alles auszuhalten. Davon abgesehen hat sie wunderbare Kinder, die ihr ebenfalls zur Seite stehen.

Die Deckchen waren ja nur die Grundidee. Daraus ihre Feen zu gestalten, mit einem kleinen Kopf aus Holz und mit dünnen Beinchen, das war das eigentlich Neue bei dieser Arbeit. Jede einzelne Fee bekam so ihre ganz eigene Persönlichkeit.

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Als sie mir alles vor Monaten zeigte, war ich völlig begeistert und riet der Ute, ihre kleinen, zarten Gestalten der Welt zu präsentieren. Ute ist nicht so sicher im Internet,
da hat  ihre Tochter sie tatkräftig unterstützt.
Gemeinsam habe sie den Namen Ute’s Feenstübchen ins Leben gerufen. Ihre Tochter hat all die wunderbaren Bilder gemacht und nun hat sie einen Shop bei dawanda und einen Account bei Instagram. Und jede einzelne Fee oder Ballerina hat einen eigenen Namen.
Schaut selber, was sie alles für wunderbare Feen eingestellt hat.

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Und hier ist meine eigene Fee, ein Geschenk zum Geburtstag.

Macht es wie Ute- bleibt im Flow.

 

Allgemein · Nachdenkliches

Häkeln ist mehr als nur ein Hobby

An manchen Tagen bin ich nicht rastlos am häkeln, am schreiben und am posten meiner Arbeiten. Da bin ich nachdenklich, weil ich vielleicht in meiner Umgebung oder auch in meiner Familie Dinge erlebe, die es verdient haben, dass ich darüber nachdenke.
Ich fühle mit, ich möchte helfen, und ich weiß genau, das geht gerade nicht.

Auch in diesen Momenten ist häkeln gut für mich. Wenn das jemand liest, der strickt, webt oder näht, natürlich gilt das für jeden handarbeitenden Menschen.
Unvollendete Dinge sind genug da. Ich nehme gerne das, das kurz vor der Vollendung steht. Ich mache es mir bequem, mit Kaffee oder Tee und bringe mich mit dem reinen Häkeln, ohne dass ich dabei an das Veröffentlichen denke, in eine Ruhe, die mir Raum und Zeit gibt, meine Gedanken zu sortieren.

Früher haben die Menschen auf der Veranda oder der Parkbank gesessen und nachgedacht. Viele sind am Sonntag in die Kirche gegangen, haben dort gebetet und der Musik gelauscht oder mitgesungen. In unserer heutigen und so rastlosen Welt nehmen sich immer weniger Menschen dafür die Zeit. Viele andere Dinge scheinen wichtiger, die Arbeit, die Verpflichtungen aller Art, der mit Terminen überfüllte Tag, der kaum Raum bietet zum Atem holen.

Vor vielen Jahren war ich häufig in der Kirche, und ich weiß, dass es mir gut getan hat. Gebete begleiten mich immer noch, doch im Häkeln finde ich einen wunderbaren Einklang zwischen den Händen, die von ganz alleine wissen, was sie tun sollen und den Gedanken, die frei fließen können.
Dann trauen sich auch die Gefühle nach oben zu kommen. Manchmal werde ich versöhnlich, wo vorher Wut war, manchmal muss ich sogar weinen, wenn mich etwas berührt. Meine Hände arbeiten fleißig weiter, die Wolle gleitet durch meine Finger und das Häkelstück wächst fast von alleine.

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Irgendwann lache ich ein wenig  über mich selber und bleibe innerlich verbunden mit denen, die es gerade schwer haben. Ich kann dann auch die Häkelarbeit wieder hinlegen und mich um den verpflichtenden Teil meines Lebens kümmern, wie arbeiten gehen, Wäsche waschen oder die Küche aufräumen.
Spätestens am nächsten Tag melden sich meine kreativen Geister wieder und wünschen sich von mir neue Projekte. Da ich mir diese Pause gegönnt hatte, geht es sehr entspannt weiter. Und ich bin weiterhin im Flow, der mich trägt.

Macht es einfach wie ich: bleibt im Flow

P.S. Die Bilder habe ich bei pixabay heruntergeladen

Allgemein

Jeder ist kreativ

Neues, das begeistert

Jetzt will ich das auch endlich einmal ausprobieren: Häkeln mit mehreren Farben.
Es gibt so wunderschöne gehäkelte Taschen aus Südamerika. Mochilla heißen die. Und die Art, mit mehreren Farben zu häkeln, nennt sich Tapestry.
Ganz ehrlich- bis vor einigen Tagen war das für mich ein absolutes No-Go. Aber die Farben und die Indianer- Muster haben mich schon sehr fasziniert. Also muß ich, nein, will ich schon wieder etwas neues lernen. Häkeln mit mehreren Farben gleichzeitig. Manchmal empfinde ich mich als chaotisch, zu chaotisch, um mehrere Farben in Arbeit haben zu können.
Das ist nur ein Vorurteil, das ich über mich selbst gefällt habe. So etwas tut gar nicht gut.

Tapestry-Versuch
Das ist mein erster Versuch, der Boden einer Tasche in mehreren Farben

Probiere Neues aus.

Auch du, mein geschätzter Leser, meine interessierte Handarbeiterin, solltest dich nicht bremsen lassen, nur weil du etwas noch nie gemacht hast. Ran an die Nadeln, ausprobieren, und die weite Welt des Internets endlich für dich nutzen. Es gibt für ganz viele Häkel- Arten ein passendes Video. Ich mache das auch. Bis ich weiß, wie es geht, und dann improvisiere ich schon wieder, bzw ändere, gestalte um und denke mir Dinge aus, die dazu passen könnten. Das ist auch gar nicht schwer. Jede, jeder der ein wenig neugierig ist, kann das auch. Erst die Technik lernen und sie dazu benutzen, seine persönlichen Ideen umzusetzen.

Das ist Kreativität.

Viele Leute, gerne viel zu viele Frauen, sagen: „Ja, ich kann häkeln, aber ich bin nicht kreativ, ich brauche immer eine Anleitung“. Das Häkeln, auch das Stricken, nähen und basteln ist an sich schon kreativ, nur weil man das tut.
Und wenn du bei einer Anleitung beschließt, du arbeitest die folgende Reihe oder Runde mit einer anderen Farbe oder anderem Muster, dann hat sich dein lange unterdrückter Kreative befreit und hat eine erste kleine Idee umgesetzt. Lerne, diesen Kreativen zu schätzen, liebe ihn und lass ihn gewähren, der hat fast immer recht.

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Und wenn du wissen willst, wie die Geschichte ausging mit meinem Erstversuch im tapestry- Häkeln….. tja, ich verlor das Interesse wieder und machte nicht weiter. Ich bin sehr froh, dass ich wenigstens das Foto noch hatte. Ich werde einen Rand drumherum häkeln und dieses Stück als Topfuntersetzer nutzen. Trotzdem war es gut und richtig, es einmal auszuprobieren.

In diesem Sinne, bleibt im Flow, liebe Frauen und Männer, die ihr an der (Häkel )-Nadel hängt.

Allgemein

Meine Anleitungs- Videos

Die ersten Versuche

Ich glaube, es war im Sommer 2016, da begann ich Videos zu drehen von meinen Anleitungen. Also ich sage es gleich, ich hatte kein Problem damit, was ich zeigen wollte, auch das formulieren und deutlich sprechen war nicht schwierig.
Ich kämpfte mit der Technik. Wie halte ich mein Handy, wo sind meine Hände? Und wie verhindere ich, dass alles immer zusammen rutscht? Mein Handy, mit dem ich sonst nie Videos drehte, passte sich immer den Lichtverhältnissen an. Eine prima Sache, doch meine Videos, die auf einen Punkt gerichtet waren und eher statisch sein sollten, wurden durch das dauernd wechselnde Licht nicht gerade besser. Das waren meine Herausforderungen.
Nach all der Turnerei über den Couchtisch und mehreren Stürzen meines Handys wurden mir einige Dinge klar:
Ohne Stativ geht gar nichts
Besser wäre eine echte Kamera.

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Die Technik kam zu mir

Im Lauf des Jahres bekam ich ein Stativ geschenkt, als ich einer Freundin half. Und gleich im neuen Jahr 2017 gab mir mein Sohn seine Kamera, als er seinen Urlaub beendet hatte. Die Technik hatte sich also verbessert, ich sondierte im Internet, wie man DIY- Videos drehte und ich fand bald heraus, wie ich es tun wollte. Ebenso sah ich mir Videos an vom Umgang mit einer passenden Schneide- Software.

Das wirklich schwierige bei den Häkel- Videos ist die Haltung. Also liegend und turnend war nun nicht mehr nötig, und mit dem Stativ konnte ich ganz in Ruhe den Punkt finden, an dem alles stattfindet. Häkeln nimmt nur ganz wenig Platz in Anspruch. Ein Quadratmeter oder auch nur ein Ausschnitt davon reicht schon.

Der Platz, an dem ich auch sonst sitze, bietet sich an.
Eine farblich passende Unterlage macht sich immer gut, also ein beiges Stück Stoff, wenn es farbig wird oder ein farbiges Papier, wenn ich etwas in weiß zeige. Selbst ohne Unterlage ist mein Tisch aus Holz durchaus geeignet.
Natürlich gleiten meine Hände auch mal aus dem Bild, ich schau entweder an der Kamera vorbei oder direkt hindurch, damit das nicht zu häufig passiert.

Meine Anleitung- Videos
So sehen meine Hände aus, wenn ich häkle

Mit den Videos ins web

Damit ich nicht den Überblick verliere, habe ich zunächst einige kleine Mandalas beschrieben und sie durchnumeriert. Zwischendurch habe ich auch ganz kurze Videos gemacht, in denen ich spezielle Maschen erkläre.
Das Bearbeiten meiner Werke war dann noch einmal eine große Herausforderung. Auch da wollte ich wieder viel lernen. Das tue ich immer noch. Mittlerweile macht es sogar Spaß, jedes Video noch etwas auszugestalten.

Und all das findest du auf meinem YouTube Kanal 

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Also, macht es wie ich, bleibt im Flow.

 

Allgemein · kreative Menschen · wollläden

Ria’s Wolle und mehr…..

Ihr Lieben.
Heute schreibe ich über eine sehr nette Frau, die ich im Urlaub kennengelernt habe. Sie heisst Ria Gemmeke und ist Inhaberin eines Woll- Ladens in Bad Sooden-Allendorf in Nordhessen.
Wie alle erfolgreichen Unternehmer hat sie die ersten Gründungsjahre in ihrer Garage verbracht. Das war 1987.
Ihr 1. Ladengeschäft in Bad Sooden-Allendorf bekam sie 2001. Selbst diesen Laden kenne ich noch gut. Der war sehr klein, aber Frau Gemmeke hatte zu jedem Zeitpunkt den Überblick, und was noch viel wichtiger war: sie konnte die Wünsche ihrer Kunden fast immer erfüllen.
2012 ist sie in ihren jetzigen Laden gezogen. Der ist erst einmal unauffällig, doch es steht eine Figur aus Holz davor, die ein gestricktes Hochzeitskleid trägt.
Der Laden heißt Ria’s Wolle und mehr und ihr findet ihn in der Weinreihe 19
in Bad Sooden-Allendorf.

DSC01827Das ist eine Holzfigur, direkt vor dem Ladeneingang, größer als die meisten Männer. Das Kleid ist gestrickt. Leider haben mal Randalierer die Knöpfe im Brustbereich abgerissen. Trotzdem bleibt es sehr besonders.

 

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Ria Gemmeke. Sie ist immer freundlich und hilfsbereit und sie versteht es, Kunden, die noch gar nicht wissen, was sie möchten, da hin zu führen, wo sie hin wollten.

Die Fülle an Wolle scheint fast den Laden zu sprengen, aber Frau Gemmeke weiß immer, welche Wolle da ist, was wozu passt, was gerade angesagt ist und welches Handwerkszeug am Besten ist.

Diesen kleinen Bericht habe ich letzten Sommer bei Facebook veröffentlicht, doch am vergangenen Wochenende habe ich sie auf der h+h cologne getroffen. Sie und ich und unsere Begleiterinnen waren auf der Suche nach Wolle, Ideen und Inspirationen. Da habe ich ihr versprochen, einen Blog- Artikel zu schreiben, weil sie nicht bei Facebook ist.

Und nach der Begegnung mit ihr wurden meine noch nicht ganz konkreten Urlaubspläne auf einmal deutlich und klar: Im August komm ich wieder.

So bleibe ich auch im Urlaub im Flow.

Allgemein

Get the flow

Flow

Heute habe ich Lust auf Gedanken, Ideen und Erkenntnisse über den Flow. Ich bleibe natürlich beim Thema häkeln, was meine besondere Leidenschaft ist. Doch was ich darüber sage, kann genauso jede Strickerin, Näherin und Weberin und alle anderen, die künstlerisch arbeiten, nachvollziehen. Und ebenso alle Männer, die handarbeiten oder anderweitig künstlerisch unterwegs sind. Der Flow ist die Energie, die dich antreibt, das zu tun, was dein Herz zum Klingen bringt.

Wie sieht der Alltag aus bei den meisten Menschen?

Unser Alltag ist oft hektisch und voller Termine, und viele Tätigkeiten sind rein bürokratischer Natur. Unsere Freizeit füllen wir unbewusst mit noch mehr Terminen, damit wir die Leere nicht spüren, die sich in uns breit macht.
Ablenkung durch fernsehen oder surfen im Netz helfen auch nicht wirklich.

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Etwas tun, das Sinn macht und uns erfüllt

Irgendwann reicht das nicht mehr.  Wir wollen was sinnvolles tun mit unserer Zeit, etwas schaffen und selber machen mit unseren Händen. Eine Handarbeit zu beginnen, dran bleiben und sie fertig stellen, gibt mehr Zufriedenheit, als es ein hektischer Tag kann. Das Tun an sich beruhigt, senkt den Blutdruck, macht glücklich und vor allem befreit es die Gedanken. Und so kommen wir in den Flow.

get the flow

Unsere Gedanken entspannen sich, die gleichmäßige Tätigkeit macht ruhig und es kommen ungewohnte Impulse dazu. Das Gehirn kann neue Ideen produzieren, gesehene und erlebte Eindrücke zu kreativen Blitzen umformen und der Mensch, der handarbeitet, hört plötzlich seinen eigenen Gedanken zu. Das ist der Flow, den ich meine.

 

Wie ist es bei mir?

Wenn ich in meinem Alltag nicht weiter weiß und ein Problem lösen muss, oder wenn ich auf was ganz spannendes warte, das sind wichtige Momente, voller Unruhe.
Um überhaupt wieder klar denken zu können, nehme ich die aktuelle Handarbeit und häkle vor mich hin.

get the flow
Dann kommen mir sicher nicht sofort Lösungen, aber oft Ideen, was ich gerade jetzt tun kann, um mich dem Problem zu nähern. Warten und häkeln macht warten für mich leichter. Arztbesuche sind immer auch handarbeiten im Wartezimmer. Ein Aufenthalt in einer Klinik oder die Fahrt in den Urlaub bringen mich immer zu der Frage: welche Handarbeiten kann ich mit nehmen? Dazu könnte ich noch sehr viele Beispiele nennen.

Die Chefredakteurin von „Häkeln for you“ hat in einer Ausgabe von „Stricken for you“ einen leidenschaftlichen Leitartikel geschrieben, daraus zitiere ich die letzten Zeilen:

Jede Hobbymalerin, jeder, der gerne mit Stoffen und Wolle arbeitet, jeder, der stundenlang in der Küche steht, um Kuchen zu backen oder ein Menü zu kochen, jeder, der an der Töpferscheibe oder an der Nähmaschine sitzt, weiß um die wohltuende Wirkung des kreativen Selbstausdrucks. Es sind Momente, in denen wir dem Alltag entfliehen und Zugang zu unserer inneren Welt finden, die eine unerschöpfliche Kraftquelle darstellt. Hier tanken wir auf und wappnen uns für die Herausforderung des Alltags.
Annerose Sieck, Stricken for you Nr. 4/ 2016

Damit ist alles gesagt. In diesem Sinne: Get the flow. Eure Crochetta