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Anleitungen schreiben, Teil 1

Vielleicht bist du ja ein Leser meiner Blogartikel und denkst dir, Anleitungen schreiben könnte ich auch.
Dann helfe ich dir weiter. Zuerst ist es ja die Idee, die dich umtreibt, also sie spukt immer wieder durch deinen Kopf und will dich nicht loslassen. Das ist schon einmal gut. Leugne diese Idee nicht und rede sie dir nicht aus, auch wenn du noch keinen Plan hast, ist dieser Wunsch wichtig und sollte nicht überhört werden.
Andere Teile deines Bewußtseins flüstern dir vielleicht zu: ach, das kannst du ja gar nicht, oder das machen so viele Leute, was willst du denn auch noch dazwischen. Diese Stimmen gilt es zu ignorieren. Setz dich hin und mach statt dessen einen Plan.

Es muss kein ausgereifter Business- Plan sein, für den Anfang genügt ein wildes Zusammenschreiben der Dinge, die zu deinem Thema gehören. Und nimm alles, was dein Gehirn oder dein Herz ausspuckt. Nicht nur Fakten, auch Gefühle. Das könnte etwa so aussehen.



So sieht es bei mir aus

Um dir zu erzählen, was alles nötig ist in der Praxis, musst du wissen, was deine Motivation ist und auch, wo es hinführen soll. Wenn du berühmt und vermögend werden willst oder deiner Familie zeigen willst, wie talentiert du eigentlich bist, bist du schon auf einem guten Weg.
Vielleicht macht es dich stolz, einen geschriebenen Text veröffentlicht zu sehen, den andere Leute kaufen. Das ist gerade in unserer digitalisierten Welt sehr einfach zu erreichen.
Denk daran, das ist ein langer Weg, der viel Energie und Durchhalten benötigt. Damit dein Ziel dir nicht zu groß wird, teile es auf in kleine Schritte, die du leichter bewältigen kannst. z.B.: 5 Anleitungen schreiben im kommenden halben Jahr. Das erscheint zunächst machbar. Gut, wenn du es auch schaffst. Falls du wesentlich schneller bist als deine Vorgabe, dann ändere dein Zwischenziel in: 5 Anleitungen in 2 Monaten.

Es ist völlig egal, auf welchem Anleitungs- Portal du veröffentlichst, das Kernstück ist immer eine PDF.
Diese Abkürzung bedeutet Portable Dokument Format. Jedes Schreibprogramm kann einen fertigen Text in eine PDF umwandeln. Dieses Format ist international gültig, überall lesbar und kann im Nachhinein nur schwer geändert werden. Wenn deine Anleitung fertig ist, alle Bilder drin sind und du nach mehrmaligem Lesen einverstanden bist, dann mach eine PDF draus. Der Original Word- Text bleibt dir natürlich erhalten. Auch Textprogramme von Open Office wandeln um in PDF.

Download von pixabay

Es gibt viele Online- Portale, die Anleitungen anbieten. Schau dir alle an, und lies deren Kapitel, in denen es darum geht, bei ihnen Anleitungs- Designer zu werden. Vorraussetzungen, Bildgrößen und noch so einige Fakten, die du dann auch akzeptieren mußt.
Ich habe bei crazypatterns angefangen. Inzwischen bin ich sehr gerne bei myboshi.
Beginne mit einer kleinen Anleitung, also etwas, das jeder selber in kurzer Zeit nacharbeiten kann. Entscheide dich für einen angemessenen Preis und stell es online. Wer auf dich aufmerksam wird, kannst du noch gar nicht abschätzen, aber du kannst zunächst einmal sehr stolz auf dich sein: deine erste Anleitung ist online, dein erster Schritt ist getan auf einem Weg, der dich dahin führen kann, wo du nicht dachtest, dass da ein Weg ist.

Wie es dann weitergeht, das schreibe ich im nächsten Artikel. Wichtig ist ja, dass du begonnen hast und damit bist du genau richtig, du bist dann im Flow.

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myboshi

Die Zeit davor

In der Zeit, als ich begann, systematisch für die Weihnachtsmärkte zu stricken, begegneten mir immer wieder mal Mützen. Mützen kannte ich, konnte ich stricken, doch dann sah ich erstmals auch gehäkelte Mützen. Eine Kundin und erzählte mir, jetzt gibt es doch diese neuen Mützen, die heißen Boshi und die werden von Studenten gehäkelt.

Meine Neugier war geweckt

Die Frau empfahl mir das Mützen- Häkel- Buch. Klar,dass ich mir das kaufte.
Es heißt „Myboshi Mützenmacher“ und du bekommst es auf der Homepage von MyBoshi.
Und ein Stück weit hat es meine damalige Welt verändert. Ich fraß mich gierig durch den Text beinahe jeder Anleitung und ich häkelte ganz viele nach. Mein Sohn und seine damalige Freundin, jetzt Ehefrau, standen mir gerne für Bilder zur Verfügung. Seit ich sie kenne, hat sie schon viele Mützen von mir getragen.

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Und in der Zeit, als Mützen von beinahe jedem Menschen getragen wurde, hatten wir Frauen, die wir gemeinsam den Stand auf dem Weihnachtsmarkt betrieben, für fast jeden Geschmack unserer Kunden die passende Kopfbedeckung.
Das mit den Mützen wurde dann weniger und ich begann, auch andere Dinge zu häkeln. Aus mir, einer seit der Jugendzeit strickende Frau, wurde eine Häklerin.
Ich bin ganz sicher, die beiden „Jungs“, die die Boshi Mützen erfunden hatten, haben mich dazu inspiriert.

Ich häkelte immer mehr und begann, Anleitungen zu schreiben

Was ich wo in der Welt und im Internet veröffentliche, habe ich in diesem Beitrag zusammengefasst.
Schreiben für eine Zeitschrift und für 2 Anleitungs- Plattformen…. lange dachte ich, das ist genug. Meine Schwiegertochter, die von mir eine Frühlingsmütze wollte, brachte mich dazu, bei Google den Namen Boshi einzugeben. Die Internet Seite, die dann erschien, war richtig gut gemacht. Ich hatte mich länger gar nicht beschäftigt mit Boshi- Mützen. Hier ist erstmal der Link zu www.myboshi.net

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Ich verbrachte viel Zeit auf der Seite. Es gibt Wolle zu kaufen, Zubehör, komplette Pakete mit Wolle und Anleitungen, selbst den Mützenkonfigurator gibt es noch. Da können die Menschen, die nicht handarbeiten , eine Mütze in einem bestimmten Design in ihren Wunschfarben kaufen. So etwas kann ich mir auch vorstellen für meine Traumfänger….
Und für alle, die immer noch nicht handarbeiten können, aber neugierig sind, es zu lernen, gibt es die Abteilung Boshi Wissen, darin ein Blog und ein Lexikon, jedes übersichtlich nach Themen geordnet.
Die ganze Story von 2 Studenten, die in Japan waren und dort von einer Spanierin gezeigt bekamen, wie man(n) Mützen häkelt und wie daraus eine Firma entstand, die im DIY Bereich nicht mehr wegzudenken ist, all das kannst du auf ihrer Seite lesen.
Und das sind sie:
Felix Rohland und Thomas Jaenisch. Mittlerweile ist myboshi eine GmbH

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Nachdem ich alles gelesen hatte und mich fühlte, als hätte ich 2 alte Freunde wiedergefunden, las ich, dass sie Anleitungs- Designer suchen. Der Satz:

Wir habe die Kunden, du die Ideen

brachte mich dazu, ich glaube innerhalb von wenigen Tagen, die ersten Anleitungen hochzuladen. Ich freue ich sehr, dabei zu sein. Bei Facebook haben wir eine Designer- Seite, da gibt es immer Support für uns. Und neue Ideen und Veränderungen begonnen oft genau da. Ich habe dann immer das Gefühl, ich kann aktiv an der Gestaltung und Verbesserung der Seite mitarbeiten. Das gefällt mir.
Ich habe mich auch für ein Portrait über mich beworben und bekam einen Artikel im Blog, der mich, meine Arbeit und meinen Shop vorstellte. Hier ist er

Das ist mein Shop bei MyBoshi . Schau vorbei, lass dich inspirieren und hinterlasse gerne einen Kommentar.
Mach es einfach wie ich, bleib im Flow

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Ria’s Wolle und mehr…..

Ihr Lieben.
Heute schreibe ich über eine sehr nette Frau, die ich im Urlaub kennengelernt habe. Sie heisst Ria Gemmeke und ist Inhaberin eines Woll- Ladens in Bad Sooden-Allendorf in Nordhessen.
Wie alle erfolgreichen Unternehmer hat sie die ersten Gründungsjahre in ihrer Garage verbracht. Das war 1987.
Ihr 1. Ladengeschäft in Bad Sooden-Allendorf bekam sie 2001. Selbst diesen Laden kenne ich noch gut. Der war sehr klein, aber Frau Gemmeke hatte zu jedem Zeitpunkt den Überblick, und was noch viel wichtiger war: sie konnte die Wünsche ihrer Kunden fast immer erfüllen.
2012 ist sie in ihren jetzigen Laden gezogen. Der ist erst einmal unauffällig, doch es steht eine Figur aus Holz davor, die ein gestricktes Hochzeitskleid trägt.
Der Laden heißt Ria’s Wolle und mehr und ihr findet ihn in der Weinreihe 19
in Bad Sooden-Allendorf.

DSC01827Das ist eine Holzfigur, direkt vor dem Ladeneingang, größer als die meisten Männer. Das Kleid ist gestrickt. Leider haben mal Randalierer die Knöpfe im Brustbereich abgerissen. Trotzdem bleibt es sehr besonders.

 

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Ria Gemmeke. Sie ist immer freundlich und hilfsbereit und sie versteht es, Kunden, die noch gar nicht wissen, was sie möchten, da hin zu führen, wo sie hin wollten.

Die Fülle an Wolle scheint fast den Laden zu sprengen, aber Frau Gemmeke weiß immer, welche Wolle da ist, was wozu passt, was gerade angesagt ist und welches Handwerkszeug am Besten ist.

Diesen kleinen Bericht habe ich letzten Sommer bei Facebook veröffentlicht, doch am vergangenen Wochenende habe ich sie auf der h+h cologne getroffen. Sie und ich und unsere Begleiterinnen waren auf der Suche nach Wolle, Ideen und Inspirationen. Da habe ich ihr versprochen, einen Blog- Artikel zu schreiben, weil sie nicht bei Facebook ist.

Und nach der Begegnung mit ihr wurden meine noch nicht ganz konkreten Urlaubspläne auf einmal deutlich und klar: Im August komm ich wieder.

So bleibe ich auch im Urlaub im Flow.

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Get the flow

Flow

Heute habe ich Lust auf Gedanken, Ideen und Erkenntnisse über den Flow. Ich bleibe natürlich beim Thema häkeln, was meine besondere Leidenschaft ist. Doch was ich darüber sage, kann genauso jede Strickerin, Näherin und Weberin und alle anderen, die künstlerisch arbeiten, nachvollziehen. Und ebenso alle Männer, die handarbeiten oder anderweitig künstlerisch unterwegs sind. Der Flow ist die Energie, die dich antreibt, das zu tun, was dein Herz zum Klingen bringt.

Wie sieht der Alltag aus bei den meisten Menschen?

Unser Alltag ist oft hektisch und voller Termine, und viele Tätigkeiten sind rein bürokratischer Natur. Unsere Freizeit füllen wir unbewusst mit noch mehr Terminen, damit wir die Leere nicht spüren, die sich in uns breit macht.
Ablenkung durch fernsehen oder surfen im Netz helfen auch nicht wirklich.

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Etwas tun, das Sinn macht und uns erfüllt

Irgendwann reicht das nicht mehr.  Wir wollen was sinnvolles tun mit unserer Zeit, etwas schaffen und selber machen mit unseren Händen. Eine Handarbeit zu beginnen, dran bleiben und sie fertig stellen, gibt mehr Zufriedenheit, als es ein hektischer Tag kann. Das Tun an sich beruhigt, senkt den Blutdruck, macht glücklich und vor allem befreit es die Gedanken. Und so kommen wir in den Flow.

get the flow

Unsere Gedanken entspannen sich, die gleichmäßige Tätigkeit macht ruhig und es kommen ungewohnte Impulse dazu. Das Gehirn kann neue Ideen produzieren, gesehene und erlebte Eindrücke zu kreativen Blitzen umformen und der Mensch, der handarbeitet, hört plötzlich seinen eigenen Gedanken zu. Das ist der Flow, den ich meine.

 

Wie ist es bei mir?

Wenn ich in meinem Alltag nicht weiter weiß und ein Problem lösen muss, oder wenn ich auf was ganz spannendes warte, das sind wichtige Momente, voller Unruhe.
Um überhaupt wieder klar denken zu können, nehme ich die aktuelle Handarbeit und häkle vor mich hin.

get the flow
Dann kommen mir sicher nicht sofort Lösungen, aber oft Ideen, was ich gerade jetzt tun kann, um mich dem Problem zu nähern. Warten und häkeln macht warten für mich leichter. Arztbesuche sind immer auch handarbeiten im Wartezimmer. Ein Aufenthalt in einer Klinik oder die Fahrt in den Urlaub bringen mich immer zu der Frage: welche Handarbeiten kann ich mit nehmen? Dazu könnte ich noch sehr viele Beispiele nennen.

Die Chefredakteurin von „Häkeln for you“ hat in einer Ausgabe von „Stricken for you“ einen leidenschaftlichen Leitartikel geschrieben, daraus zitiere ich die letzten Zeilen:

Jede Hobbymalerin, jeder, der gerne mit Stoffen und Wolle arbeitet, jeder, der stundenlang in der Küche steht, um Kuchen zu backen oder ein Menü zu kochen, jeder, der an der Töpferscheibe oder an der Nähmaschine sitzt, weiß um die wohltuende Wirkung des kreativen Selbstausdrucks. Es sind Momente, in denen wir dem Alltag entfliehen und Zugang zu unserer inneren Welt finden, die eine unerschöpfliche Kraftquelle darstellt. Hier tanken wir auf und wappnen uns für die Herausforderung des Alltags.
Annerose Sieck, Stricken for you Nr. 4/ 2016

Damit ist alles gesagt. In diesem Sinne: Get the flow. Eure Crochetta

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Häkeln in der Öffentlichkeit

Vorurteile

Stell dir vor, du bist im Park, in einem Wartezimmer oder im Vorort- Zug und du siehst, wie jemand häkelt oder strickt. Also ich mag dieses Bild, aber womöglich haben manche Leute Vorurteile…..
Wir handarbeitenden Menschen denken, dass es Vorurteile gibt und wir wagen es nicht, die bereits begonnene und in der Handtasche befindliche Socke endlich fertig zu stellen,  schon gar nicht in der Öffentlichkeit.

Ich sage dir, was passiert, wenn du handarbeitest. Andere Menschen werden vielleicht auf dich aufmerksam. Na und, wenn du niesen musst, hast du auch die Aufmerksamkeit vieler.
Vielleicht fragt dich jemand, was du da tust. Auch das ist ok. Antworte einfach und lass dich nicht aus der Ruhe bringen.

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Gespräche

Ich persönlich habe keine Angst vor Menschen, die mich ansprechen, weil sie sehen, was ich gerade tue. Und ich habe gelernt, auch mit zunächst unbekannten Menschen ins Gespräch zu kommen. Das ist bei mir vielleicht auch eine Frage des Älter- Werdens.

Wenn ich, was besonders im Urlaub vorkommt, irgendwo herum sitze und häkle, dann sende ich anscheinend Signale an andere Menschen. Und die, die meine Signale empfangen, sprechen mich an, fragen dann, ob sie zu mir sitzen dürfen und stellen  maximal eine Frage zu meiner Häkelarbeit.
Danach haben sie so viel Vertrauen gewonnen, dass sie beginnen, von sich zu erzählen, von ihrem Leben, ihrer Familie, ihrer Kur oder auch mal von ihren erlittenen Schicksalsschlägen.

Da ich ja konzentriert weiter arbeite und nur ganz wenig dazu sage, breiten diese unbekannten Menschen Geschichten vor mir aus, die mich echt berühren. Meistens verabschieden wir uns und ich wünsche ihnen dann von Herzen alles Gute.

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Kontakte

Vor kurzem war ich in einer ambulanten Reha. Klar, da geht es um meine Gesundheit, aber in den Zeiten von Ruhepausen habe ich auch gehäkelt. Das ging soweit, dass ich allen zeigen sollte, an was ich da schaffe und ein sehr spaßiger Mitarbeiter kontrollierte regelmäßig meinen Fortschritt. Die anderen, mit denen ich mich teilweise anfreundete, habe ich leichter kennen gelernt, weil ich gehäkelt habe.
Was mich dann echt gefreut hat, war eine andere Patientin, die einige Tage später ihr Strickzeug mitbrachte.

Trotz unserer so digitalisierten Welt bleibe ich ein großer Fan des persönlichen Kontakts und des real geführten Gesprächs. Das gelingt manchmal leichter, wenn einer selbstvergessen an seiner Handarbeit tüftelt.
Und habt keine Angst, wenn  fremde Menschen mit euch sprechen wollen. Wenn du, mein Leser, auch Erfahrungen mit diesem Thema hast, schreib mir doch einen Kommentar.

Anmerkung: die verwendeten Bilder habe ich bei pixabay heruntergeladen.

Also macht es wie ich- bleibt im Flow